Wenn der Inhalator in der Hand liegt, ist meist eine Frage entscheidend: Habe ich ihn richtig vorbereitet, beladen und inhaliert? Die Anwendung des Symbicort Turbohalers hängt von der verordneten Wirkstärke und dem persönlichen Therapieplan ab. Hier finden Sie die praktischen Schritte, typische Fehler, Hinweise zur Dosierung sowie wichtige Warnzeichen.
Die wichtigsten Handgriffe auf einen Blick
- Aufrecht halten: Das rote Dosierrad zeigt beim Beladen nach unten.
- Einmal beladen: Das Dosierrad bis zum Anschlag in beide Richtungen drehen, bis es klickt.
- Richtig einatmen: Außerhalb des Geräts ausatmen und anschließend kräftig und tief durch das Mundstück einatmen.
- Nicht hinein ausatmen: Feuchtigkeit kann das Pulver im Inhalator beeinträchtigen.
- Mund ausspülen: Nach den täglichen Inhalationen mit Wasser spülen und ausspucken.
- Dosis nicht selbst ändern: Häufigere Beschwerden gehören ärztlich überprüft.
Wie Symbicort Turbohaler wirkt und wann er eingesetzt wird
Symbicort Turbohaler enthält die Wirkstoffe Budesonid und Formoterol. Budesonid ist ein inhalatives Kortikosteroid und bremst die Entzündung in den Atemwegen. Formoterol erweitert die Bronchien, indem es die verkrampfte Atemwegsmuskulatur entspannt.
Das Medikament wird je nach Verordnung bei Asthma oder bei Erwachsenen auch bei COPD eingesetzt. Bei Asthma dient es häufig der täglichen Erhaltungstherapie. Manche Patientinnen und Patienten verwenden eine passende Symbicort-Wirkstärke zusätzlich als Bedarfstherapie. Das gilt jedoch nur, wenn der Arzt diesen sogenannten Erhaltungs- und Bedarfstherapieplan ausdrücklich festgelegt hat.
Die Wirkstärken sind nicht beliebig austauschbar. Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen einer niedrigeren Stärke wie 160/4,5 Mikrogramm und einer höheren Stärke wie 320/9 Mikrogramm pro Dosis. Die höhere Stärke ist bei Asthma nicht automatisch für akute Beschwerden vorgesehen. Entscheidend ist immer die konkrete Verordnung und nicht allein der Name des Inhalators.
Die richtige Anwendung Schritt für Schritt
Einen neuen Inhalator vorbereiten
Vor der ersten Anwendung eines neuen Geräts wird der Turbohaler vorbereitet. Dazu die Schutzkappe abschrauben, den Inhalator aufrecht halten und das rote Dosierrad bis zum Anschlag in eine Richtung und anschließend bis zum Anschlag in die andere Richtung drehen. Diesen Vorgang gemäß Packungsbeilage wiederholen, bis ein Klickgeräusch zu hören ist.
Danach ist das Gerät gebrauchsfertig. Dieser Vorbereitungsschritt gilt nur für einen neuen Inhalator. Bei den späteren Anwendungen wird jeweils nur eine Dosis geladen.
Eine Dosis inhalieren
- Schutzkappe abnehmen und den Inhalator aufrecht halten.
- Das Mundstück nicht festhalten. Das rote Dosierrad einmal bis zum Anschlag in die eine und danach bis zum Anschlag in die andere Richtung drehen.
- Außerhalb des Geräts sanft ausatmen. Niemals in das Mundstück ausatmen.
- Das Mundstück zwischen die Zähne setzen und mit den Lippen dicht umschließen.
- Kräftig und tief durch den Mund einatmen. Nicht auf dem Mundstück kauen oder beißen.
- Den Inhalator vom Mund nehmen und langsam ausatmen.
- Bei mehreren verordneten Inhalationen die Schritte zum Beladen und Inhalieren wiederholen.
- Die Schutzkappe wieder fest aufschrauben.
Viele wundern sich, dass sie das Pulver kaum schmecken oder spüren. Das ist kein zuverlässiges Zeichen für eine fehlende Dosis. Wenn der Inhalator korrekt beladen wurde und der Atemzug tief und kräftig war, kann die Dosis trotzdem vollständig in der Lunge angekommen sein.
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Warum die Atemtechnik so viel ausmacht
Der Turbohaler ist ein Pulverinhalator. Er besitzt kein Treibgas, das den Wirkstoff automatisch in die Atemwege befördert. Erst der kräftige eigene Atemzug löst das Pulver und transportiert es in die Bronchien. Ein zu vorsichtiges Einatmen kann deshalb die Wirkung vermindern.
Die Dosierung richtet sich nach Wirkstärke und Therapieplan
Eine allgemeine Internetangabe ersetzt keine ärztliche Dosieranweisung. Bei der 320/9-Mikrogramm-Stärke ist bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren als Erhaltungstherapie häufig eine Inhalation zweimal täglich vorgesehen. Je nach Asthmakontrolle kann der Arzt die Behandlung anpassen. Bei COPD wird diese Wirkstärke nur für Erwachsene eingesetzt.
Bei anderen Wirkstärken und beim sogenannten MART- oder SMART-Konzept können andere Regeln gelten. Dabei wird ein geeigneter Symbicort-Inhalator sowohl regelmäßig als auch bei Beschwerden eingesetzt. Ob dieses Konzept für Sie geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Diagnose, Wirkstärke und der bisherigen Asthmakontrolle ab.
Ich halte es für einen der häufigsten Fehler, die Dosis eigenständig zu erhöhen, sobald der Atem schlechter wird. Häufigere Beschwerden können auf eine nicht ausreichend kontrollierte Erkrankung, eine falsche Technik oder einen zusätzlichen Auslöser wie einen Infekt hinweisen. Die richtige Reaktion ist eine ärztliche Kontrolle des Therapieplans, nicht das dauerhafte Nachdosieren auf eigene Faust.
Eine vergessene Dosis sollte nachgeholt werden, sobald man daran denkt, sofern die nächste reguläre Anwendung nicht schon bald bevorsteht. Eine doppelte Dosis zum Ausgleich ist nicht vorgesehen. Bei versehentlich zu hoher Anwendung können unter anderem Zittern, Kopfschmerzen oder Herzklopfen auftreten.
Typische Fehler, Reinigung und Dosisanzeige
Der Turbohaler funktioniert zuverlässig, wenn er trocken bleibt und korrekt gelagert wird. Die häufigsten Anwendungsfehler lassen sich leicht vermeiden.
- Zu früh beladen: Eine Dosis nur unmittelbar vor der Inhalation laden. Wird das Dosierrad mehrfach betätigt, kann die Anzeige mehrere Dosen zählen, obwohl nicht jede davon inhaliert wurde.
- In das Mundstück ausatmen: Das bringt Feuchtigkeit in das Gerät und sollte unbedingt vermieden werden.
- Schütteln als Füllstandstest: Das Geräusch stammt vom Trockenmittel und sagt nicht zuverlässig, wie viel Pulver noch vorhanden ist.
- Mundstück mit Wasser reinigen: Das Mundstück nur äußerlich etwa einmal pro Woche mit einem trockenen Tuch abwischen.
- Mundspülung vergessen: Nach den täglichen Inhalationen den Mund mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken.
Bei einem Gerät mit 60 Dosen zeigt die Anzeige meist nicht jede einzelne Inhalation an, sondern arbeitet in größeren Abständen. Erscheint die rote Markierung, sind noch ungefähr 20 Dosen vorhanden. Erreicht die „0“ auf rotem Hintergrund die Mitte des Anzeigefensters, sollte ein neuer Inhalator begonnen werden. Das Dosierrad kann auch bei leerem Gerät noch klicken.
Nebenwirkungen und Warnzeichen richtig einordnen
Häufige, meist leichte Beschwerden sind Heiserkeit, Husten, eine Reizung im Hals, Kopfschmerzen, leichtes Zittern oder Herzklopfen. Das Risiko für Mundsoor, eine Pilzinfektion im Mund, sinkt, wenn Sie nach den täglichen Dosen den Mund ausspülen. Bei anhaltenden oder störenden Beschwerden sollte die Arztpraxis oder Apotheke angesprochen werden.
Vor der Anwendung sollte der Arzt wissen, ob eine Herzkrankheit, hoher Blutdruck, Diabetes, eine Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankung, ein niedriger Kaliumspiegel oder eine schwere Lebererkrankung besteht. Auch andere Arzneimittel wie Betablocker, bestimmte Herzmittel oder entwässernde Medikamente können relevant sein.
Bei einer plötzlich zunehmenden Atemnot, starken Brustschmerzen oder einem ausgeprägten Herzrasen ist rasche medizinische Hilfe erforderlich. Treten unmittelbar nach der Inhalation plötzlich pfeifende Atemgeräusche oder eine starke Kurzatmigkeit auf, soll der Inhalator nicht weiter angewendet und umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei schwerer akuter Atemnot gilt in Deutschland 112.
Für Menschen mit COPD bleibt außerdem der Rauchstopp ein zentraler Teil der Behandlung. Symbicort kann die Atemwege entlasten, macht die schädigende Wirkung des Rauchens aber nicht rückgängig. Jeder rauchfreie Tag unterstützt deshalb die medikamentöse Therapie und die Regeneration der Lunge.
Was die Anwendung im Alltag zuverlässiger macht
Am besten verbinden Sie die Inhalation mit einer festen Gewohnheit, etwa dem Zähneputzen am Morgen und Abend. Prüfen Sie regelmäßig die Dosisanzeige, halten Sie den Inhalator trocken und lassen Sie sich die Technik in der Arztpraxis oder Apotheke einmal praktisch zeigen.
Wenn Sie trotz regelmäßiger Anwendung nachts aufwachen, morgens ein Engegefühl verspüren oder deutlich häufiger einen Bedarfsspray benötigen, ist die Erkrankung wahrscheinlich nicht ausreichend kontrolliert. Der wichtigste nächste Schritt ist dann eine zeitnahe ärztliche Rücksprache, damit Wirkstärke, Technik und Begleiterkrankungen gemeinsam überprüft werden.
Die entscheidende Regel bleibt einfach: korrekt beladen, kräftig inhalieren, nicht hinein ausatmen und die verordnete Dosis einhalten. So holen Sie aus dem Symbicort Turbohaler den größtmöglichen Nutzen heraus, ohne die Behandlung eigenmächtig zu verändern.